Ausbildung
2020 Habilitation zu sprachbezogenen Normalitätsvorstellungen in Bildungskontexten. Studien in Israel und Deutschland, Universität Hamburg
2013 Promotion zur Sprachentwicklung bei migrationsbedingt russisch-, spanisch- und französisch-deutsch Mehrsprachigen, Technische Universität Dresden
2011-2012 PhD-Studiengang ‚Acquisition des Langues Secondes', Université du Québec à Montréal, Kanada
2010 1. Staatsexamen, Lehramt für allgemeinbildende Schulen
Berufliche Tätigkeit
Seit 01.06.2024 Professur (W3) für Grundschulpädagogik und Mehrsprachigkeitsforschung
01.04.2020-31.05.2024 Professur (W2 TT W3) für Literalität und migrationsbedingte Mehrsprachigkeit
Seit 01.04.2020 Professur für Literalität und migrationsbedingte Mehrsprachigkeit
2019-2020 W3-Vertretungsprofessur, Seminar für DaF-DaZ
2019 Akademische Rätin, Interkulturelle Bildung mit Schwerpunkt DaZ und Mehrsprachigkeit, Universität Koblenz-Landau
2014-2019 Koordinatorin des Moduls ‚Deutsch für Schüler*innen mit Zuwanderungsgeschichte', Interkulturelle Erziehungswissenschaft, Universität Münster
2009-2013 Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Fakultät für Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaften, Technische Universität Dresden
2009-2014 Lehrkraft für Französisch, Spanisch und DaZ im Ganztag, Literacy-Aktivitäten
Auslands- und Forschungsaufenthalte
2015 Gastdozentin, Forschungsaufenthalt, Tel Aviv/ Bar Ilan University, Israel
2012 Forschungsaufenthalt, Centre for Research on Bilingualism and Education, Bangor, GB
2008 Studium FLE – Français Langue Étrangère, Université de la Réunion, Frankreich
2006 Pädagogischer Austausch, Lehrkraft für Deutsch als Fremdsprache, Madrid, Spanien
Monographien und Herausgeberschaften
Aufsätze mit Peer-Review
Aufsätze in Sammelbänden
Anmeldung zur Sprechstunde
Bitte tragen Sie sich dazu auf OLAT in ein freies Zeitfenster ein.
Informationen für WHA-Interessierte
Sehr gern betreuen wir Ihre Arbeit, wenn Sie Interesse an ähnlichen Themen haben (s. Forschungsprojekte). Wichtig ist uns, dass es Ihre Arbeit bleibt. Das heißt: Gern bieten wir Ihnen alles, was wir können, vom Handwerkzeug des Forschens bis hin zu Daten in laufenden Projekten; es bleibt aber Ihre Arbeit – ein Anliegen, das Sie beschäftigt, und mit dem Sie sich die nächsten Monate intensiv auseinandersetzen. Wichtig ist und außerdem, dass Sie sich bei Ihrem Projekt gut unterstützt fühlen. Dafür bedarf es einiger Absprachen.
Damit Sie sich eine erste Vorstellung machen können, hier einige FAQs:
Eine gute Betreuung, bei der sowohl Sie das Gefühl haben, all die Unterstützung zu bekommen, die Sie brauchen, als auch wir noch eine gute Übersicht haben, wer an welcher Phase ihrer Projekte steht, hat eine Grenze. Bei uns liegt sie erfahrungsgemäß bei 8 Arbeiten im Semester. Sobald diese Grenze erreicht ist, können wir Ihnen gern die Möglichkeit anbieten, ein Semester später zu schreiben und sich in der Zwischenzeit in das Thema einzuarbeiten.
Wir sind offen für Neues. Wichtig ist, dass
der Fokus auf Sprache, Migration und Bildung liegt. Senden Sie uns
einfach vorab eine E-Mail mit einem Dokument, das folgende Fragen
beantwortet:
Das heißt nicht, dass Sie auf alle Fragen bereits eine Antwort haben müssen. Erste Ideen reichen völlig – Interessiert Sie die Perspektive der Schüler*innen? Würden Sie lieber mit Menschen sprechen oder Gesetzestexte analysieren. Möglich ist fast alles. Hauptsache die gewählte Methode passt zu der Forschungsfrage, aber das besprechen wir gern gemeinsam.
Sobald wir uns ausgetauscht haben und Sie
eine erste genauere Vorstellung Ihrer Forschungsidee haben, schreiben
Sie ein erstes Exposé mit einem Arbeitsplan (s. Handout auf der
Homepage). So haben Sie auch für sich eine erste Struktur ihrer
zukünftigen Masterarbeit und den Ablaufplan. Erst dann kann die
Betreuung zugesagt werden.
Sehr gern! Damit Sie die Möglichkeit haben, alle Ihre Unsicherheiten los zu werden, bieten wir:
a) individuelle Termine.
So haben Sie die Zeit zu lesen und uns den aktuellen Stand der Dinge mit neuen Fragen zukommen zu lassen. Dafür schreiben Sie in einem Dokument sehr grob: "Vorgenommen habe ich mir …, gemacht habe ich … und jetzt möchte ich bis….. Dazu habe ich folgende Fragen: …“ Die Fragen sollten möglichst konkret sein: "Passt die Methode, Wo kann ich mehr zu … nachlesen?". Wenn das Dokument an einem Freitag kommt, können wir in der Woche darauf sprechen.
b) im zweiwöchigen Rhythmus Austausch mit anderen WHA-Studierenden.
So gewinnen Sie einen guten Einblick in die Arbeitsprozesse anderer (Wie lange dauert ein Interview, wie kodiere ich, wie umfangreich muss …. sein?). Gemeinsam können wir unterschiedliche Methoden und die einzelnen Schritte wie Datenerhebung, Analyse, Auswertung besprechen und diskutieren, welche Methode sich besser für Ihre (!) Forschungsfrage eignet.
Wir hoffen, Sie haben nun einen guten ersten Einblick bekommen und freuen uns auf Ihre Ideen.
Handreichung Exposé
Ein Exposé (engl. proposal) ist ein Text, in dem die Planung eines Arbeitsvorhabens dargestellt wird. Grundsätzlich ist das Ziel eines Exposés, einen oder mehrere Adressaten von diesem Arbeitsvorhaben zu überzeugen. Deshalb verbindet ein Exposé beschreibende, zusammenfassende und argumentative Textteile.
Für ein Exposé kann es unterschiedliche Adressaten geben:
• der Betreuer/die Betreuerin der Seminararbeit, Abschlussarbeit, Dissertation
• Gutachter in Forschungseinrichtungen und Stiftungen
• kollegiale Arbeitsgruppen (z.B. Kolloquien).
Die Frage, wer mein Exposé lesen wird, beeinflusst die Gestaltung, Sprache und Länge eines Exposés.
Ein Exposé kann in unterschiedliche Handlungszusammenhänge eingebunden sein:
• als Planungsinstrument für mich selbst
• einen Lehrenden/eine Lehrende für die Betreuung des Arbeitsvorhabens gewinnen
• mit dem Betreuer/der Betreuerin die Zusammenarbeit und Begleitung für das Arbeitsvorhaben planen
• als Teil der Bewerbung, z.B. für eine Stelle, ein Graduiertenkolleg oder ein Stipendium
• in Form eines Forschungsantrages, um Gelder zu akquirieren.
Die Frage, in welchem Kontext mein Exposé steht, beeinflusst den erforderlichen Zeitaufwand und den erwarteten Stand der Einarbeitung in das Thema.
Je nach Adressat(en) und Kontext variieren die Vorgaben für ein Exposé, z.B. Gliederungsüberschriften, Umfang, formale Gestaltung. In jedem Fall ist beim Schreiben eines Exposés vorab zu klären, welche Vorgaben zu erfüllen sind.
Das Exposé für den Betreuer/die Betreuerin
Hier geht es um das Exposé für den Betreuer/die Betreuerin einer größeren schriftlichen Arbeit zu erziehungswissenschaftlichen Themen (Abschlussarbeit, Dissertation). Auch dieses Exposé orientiert sich an den Ansprüchen für wissenschaftliche Arbeitsvorhaben.
Der Betreuer/die Betreuerin soll
(a) das Arbeitsvorhaben inhaltlich nachvollziehen können,
(b) davon überzeugt werden, dass das Arbeitsvorhaben realistisch ist,
(c) davon überzeugt werden, dass er/sie eine Betreuung leisten kann.
Formale Vorgaben
• Schriftgröße 12 pt, einzeilig
• Umfang für Abschlussarbeiten: 1-3 Seiten (einschließlich Literaturverzeichnis)
• Umfang für Dissertationen: 7-10 Seiten
Die folgenden Punkte müssen dargestellt und erläutert werden (vgl. Frank/Haacke/Lahm 2007,
S.146).
1. Das Thema, das Problem, die Idee der geplanten Arbeit,
2. die Fragestellung, die bearbeitet werden soll,
3. die Zielsetzung des Arbeitsprojektes und die erwarteten Ergebnisse,
4. die geplante Vorgehensweise,
5. den Stand der für das Arbeitsprojekt relevanten Forschung und die Materiallage,
6. die Arbeitsschritte und die Zeitplanung.
Punkt 1-3 sollten am Anfang stehen; Punkt 4 und 5 können je nach Vorhaben auch in umgekehrter Reihenfolge stehen; mit Punkt 6 schließt der inhaltliche Teil des Exposés. Es folgt noch ein siebter Punkt: das vorläufige Literaturverzeichnis. Die hier genannten Überschriften können übernommen werden. Bearbeitungshinweise zu den einzelnen Punkten (vgl. auch Kersken 2009):
1. Thema
Hier geht es um eine Rahmung des Themas: In welchem Zusammenhang steht das Thema? Wie bin ich zu dem Thema gekommen? Welches wissenschaftliche Problem ist der Ausgangspunkt für die Arbeit? Warum soll ausgerechnet dieses Problem behandelt werden?
2. Fragestellung
Hier findet eine Eingrenzung des Themas statt: Auf welche eine
zentrale Frage soll in der Arbeit eine Antwort gefunden oder gegeben
werden? Warum ist es gesellschaftlich oder wissenschaftlich relevant,
eine Antwort auf diese Frage zu suchen?
Je nach Thema und Umfang des
Arbeitsvorhabens kann es weitere untergeordnete Fragen geben. Diese
müssen einen klaren Bezug zur zentralen Frage haben. Alle Fragen müssen
eindeutig und verständlich formuliert sein.
3. Zielsetzung des Arbeitsprojektes und erwartete Ergebnisse
Hier geht es darum, die Fragestellung auf ein Ziel hin weiterzudenken: Was soll mit der Arbeit erreicht werden? Was soll untersucht/belegt/widerlegt werden? Welche Annahmen habe ich zu der Beantwortung der Fragestellung und zu den Ergebnissen (Hypothesen)?
4. Geplante Vorgehensweise
Hier stelle ich dar, wie ich bei der Beantwortung meine Fragestellung
vorgehen werde: Mit welchen wissenschaftlichen Methoden soll eine
Antwort gefunden werden, z.B. theoretisch oder empirisch; Primär- oder
Sekundäranalyse; quantitativ oder qualitativ? Warum sind meine
ausgewählten Methoden geeignet, um das Thema zu bearbeiten?
Hier ist
es wichtig, sich selber zu fragen: Habe ich genügend Kenntnisse für die
Methode, mit der ich arbeiten will? Beispiele: Für die schriftliche
Befragung einer bestimmten Gruppe mit einem Fragebogen (quantitatives
Verfahren) muss ich Kenntnisse über die Konstruktion von Fragebögen
besitzen. Will ich Daten über Interviews erheben (qualitatives
Verfahren), muss ich die methodische Anlage unterschiedlicher
Interviewformen kennen und mit Transkriptionsverfahren und
Auswertungssoftware vertraut sein.
5. Stand der für das Arbeitsprojekt relevanten Forschung und Materiallage
Dieser Punkt ist für Abschlussarbeiten und Dissertationsvorhaben
wichtig, denn hier zeigt sich, ob das Arbeitsvorhaben relevant und
realistisch geplant ist:
Theoretische Grundlagen:
Auf welche Theorien, Modelle oder Erklärungsansätze soll Bezug genommen
werden? Warum sind diese Bezüge sinnvoll für die Beantwortung der
Fragestellung?
Forschungsstand:
Welche wissenschaftlichen Erkenntnisse liegen bereits zu dem Thema vor?
Welche Aspekte sind noch nicht (ausreichend) bearbeitet? Ist die
Fragestellung mit angemessenem Aufwand wissenschaftlich bearbeitbar?
Literatur:
Was sind die wichtigsten Positionen zum Thema in der wissenschaftlichen
Literatur? Gibt es widersprüchliche oder konkurrierende Positionen?
Welche Positionen überzeugen mich und warum?
Material:
Welche Quellen sollen verwendet werden und warum? Welche Quellen und
Daten stehen zu Verfügung? Welche Quellen muss ich noch erheben (siehe
Punkt 4)?
6. Arbeitsschritte und Zeitplanung
In der Zeitplanung zeigt sich, ob das Arbeitsvorhaben realistisch geplant ist und ob das Thema (jedes Thema ist komplex!) weitestgehend durchdrungen ist. Es bietet sich an, bei Punkt 4 (Vorgehensweise) anzuknüpfen: Welche Arbeitsschritte stecken in meiner geplanten Vorgehensweise? Welche Aufgaben kommen noch hinzu (z.B. Recherchen)? Wann plane ich das Schreiben der Rohfassung? Zu welchen Zeiten sind Überarbeitungsphasen geplant? Erfahrungsgemäß ist es sinnvoll, während der gesamten Bearbeitungszeit bereits einzelne Teile zu verschriftlichen. Das sollte sich auch im Arbeitsplan zeigen.
7. Vorläufiges Literaturverzeichnis
Das Literaturverzeichnis für dieses Exposé braucht nicht vollständig zu sein. Nehmen Sie nur die wichtigste Literatur auf.
Literatur zum Vertiefen
Das Musterbeispiel für ein gelungenes Exposé gibt es nicht. Beispiele im Internet findet man mit den folgenden Suchbegriffen: „Exposé“, „Promotionsvorhaben“ (oder: „Dissertationsvorhaben“) und Thema bzw. Fachgebiet des eigenen Vorhabens.
Alemann, Ulrich von (2006): Exposé „Ja mach nur einen Plan...“. In: Koepernik, Claudia/Moes, Johannes/ Tiefel, Sandra (Hrsg.): GEW-Handbuch Promovieren mit Perspektive. Ein Ratgeber von und für DoktorandInnen. Bielefeld, S. 64-75.
Dieser Artikel von Alemann ist in unterschiedlichen Zusammenhängen und Länge veröffentlicht (vgl. z.B. http://www.phil-fak.uni-duesseldorf.de/politik/Mitarbeiter/Alemann/aufsatz/01_expose2001.pdf). Alemann unterscheidet drei Aufgaben des Exposés (Grundriss für das eigene Vorhaben, Überzeugung Promotionsbetreuer/in, Akquisition von finanzieller Unterstützung). Er orientiert sich am Aufbau von Forschungsanträgen und gibt für die sieben Kernpunkte des Exposés knappe Hinweise.
Chojnacki, Sven (2006): Von der ersten Idee zur guten Forschungsarbeit: Das Exposé als Zwischenschritt. www.polsoz.fu-berlin.de/polwiss/forschung/international/frieden/publikationen/Leitfaden_Expose_8_2006.pdf
Der Autor konzentriert sich auf die inhaltliche Ausgestaltung der Eckpunkte eines Exposés und formuliert für jeden Eckpunkt eine Checkliste. Der Autor ist Politikwissenschaftler, die Hinweise sind aber auch für andere Wissenschaftsdisziplinen hilfreich.
Frank, Andrea/Haacke, Stefanie/Lahm, Swantje (2007): Das Exposé. In: Dies.: Schlüsselkompetenzen. Schreiben in Studium und Beruf. Stuttgart/Weimar, S.145-150.
Die Autorinnen verstehen das Exposé als eine Textart des Schreibens im Studium und Beruf, um Adressaten von einem Arbeitsvorhaben zu überzeugen. Entsprechend konzentrieren sie sich auf die grundlegenden Bestandteile von Exposés, die immer dieselben sind. Die Autorinnen fokussieren die Leserperspektive und formulieren mit diesem Blick Anforderungen für ein erfolgreiches Exposé.
Kersken, Michael (2009): Anleitung zur Erstellung eines Exposees. Zur systematischen Planung einer Haus- oder Abschlussarbeit. 3., überarbeitete und erweiterte Fassung. Duisburg-Essen. www.uni-due.de/imperia/md/content/politik/anleitung_exposee.pdf
Ein knapper Leitfaden, bei dem der Schwerpunkt auf der Nutzung des Exposés für umfangreichere schriftliche Arbeiten im Rahmen des Studiums liegt.
Liebscher, Daniela (2010): Der Stipendienantrag – der „Businessplan“ für die Promotion. In: Girgensohn, Katrin
(Hrsg.): Kompetent zum Doktortitel. Konzepte zur Förderung Promovierender. Wiesbaden, S. 133-153.
In diesem Artikel liegt der Schwerpunkt auf der Beantragung eines Promotionsstipendiums. Liebscher gibt einen Überblick über mögliche Anbieter sowie Auswahlverfahren und –kriterien. In einem eigenen Kapitel stellt sie die Bausteine für das Exposé als Kern eines Stipendienantrags vor. Sie orientiert sich dabei an dem Muster der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG).
©Imke Lange 2011