kuKI – Kulturalisierungssensible KI-Assistenz für eine desinformationsresiliente multilinguale Gesellschaft
Die zunehmende Verbreitung von Desinformation stellt demokratische Gesellschaften vor große Herausforderungen. Insbesondere digitale Informationsräume sind geprägt von manipulativen Inhalten, die gezielt Emotionen ansprechen, gesellschaftliche Spannungen verstärken und Vertrauen in Institutionen untergraben. Während in den vergangenen Jahren verstärkt technische Lösungen sowie Maßnahmen zur Förderung von Medienkompetenz entwickelt wurden, zeigen sich deutliche Grenzen dieser Ansätze; insbesondere im Umgang mit mehrsprachigen und kulturell geprägten Desinformationskampagnen.
Deutschland ist eine multilinguale Gesellschaft, in der ein erheblicher Teil der Bevölkerung Informationen nicht ausschließlich auf Deutsch rezipiert. Desinformationskampagnen nutzen diese Vielfalt gezielt aus, indem sie Inhalte sprach- und kulturspezifisch an unterschiedliche Bevölkerungsgruppen adressieren. Dabei greifen sie auf kulturelle Referenzen, historische Narrative und Zugehörigkeitskonstruktionen zurück, die von bestehenden KI-Systemen und Faktencheck-Ansätzen bislang nur unzureichend erfasst werden.
Das Projekt kuKI setzt genau an dieser Stelle an. Ziel ist die Entwicklung einer kulturalisierungssensiblen, mehrsprachigen KI-Assistenz, die Desinformation nicht nur sprachübergreifend erkennt, sondern auch kulturelle Kontexte und narrative Muster berücksichtigt. Im Fokus stehen zunächst russisch- und türkischsprachige Communities in Deutschland, die exemplarisch für die Herausforderungen multilingualer Desinformationsdynamiken untersucht werden.
Die Goethe-Universität Frankfurt bringt dabei ihre Expertise in der Erforschung migrationsbedingter Mehrsprachigkeit sowie sprachlicher und kultureller Zugehörigkeitskonstruktionen ein. Im Zentrum stehen qualitative und partizipative Forschungsansätze, mit denen Kommunikationskanäle, narrative Muster und Adressierungspraktiken innerhalb der Zielgruppen analysiert werden. Weitere Ziele des Projekts sind die Entwicklung einer multilingualen Taxonomie zur systematischen Erfassung von Desinformation sowie die Konzeption einer nutzer:innenfreundlichen Faktencheck-Plattform. Diese wird in enger Zusammenarbeit mit den Zielgruppen gestaltet und kontinuierlich evaluiert. Durch partizipative Workshops und User-Tests wird sichergestellt, dass de entwickelten Lösungen den tatsächlichen Bedarfen der Communities entsprechen.
Darüber hinaus leistet kuKI einen Beitrag zur Stärkung von Medienkompetenz und gesellschaftlicher Resilienz. Die Projektergebnisse werden nicht nur wissenschaftlich aufbereitet, sondern auch in Form von Reports, digitalen Medienformaten und Bildungsangeboten einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Das Projekt verfolgt einen Open-Science-Ansatz und zielt darauf ab, nachhaltige Strukturen für die Analyse und Bekämpfung von Desinformation zu schaffen, die über den Projektkontext hinaus in Forschung, Bildung und Praxis genutzt werden können.
Laufzeit: 01.04.2026 – 31.03.2029
Projektpartner: FZI Forschungszentrum Informatik, CORRECTIV, CeMAS, Universität Trier
Förderung: Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR)
Dr. Isabel Bezzaoui
Projektleitung
MentiMehr – Mentoringprogramm im Kontext von Mehrsprachigkeit und Internalisierung zur Erhöhung des Studienerfolgs
In Hinblick auf den Bereich Grundschule wissen wir, dass Literacy-Kompetenzen der Schüler:innen maßgeblich für den Schulerfolg sind. Für den Hochschulbereich deuten erste Untersuchungen darauf hin, dass auch der Studienerfolg von Sprachkompetenzen der Studierenden abhängt. Es liegen jedoch deutschlandweit kaum Ansätze für eine sprachsensible Hochschullehre vor. Das vorliegende Projekt setzt dort an und entwickelt ein Konzept, das die Studienbedingungen und langfristig den Studienerfolg insbesondere von migrationsbedingt mehrsprachigen Lehramtsstudierenden steigern wird.
Mit dem Ziel, den Anteil von migrationsbedingt mehrsprachigen Lehrkräften an deutschen Schulen zu erhöhen, wurden in den letzten Jahren vermehrt politische Maßnahmen ergriffen (Gülen, 2021). Denn Lehrkräfte mit Migrationshintergrund sollen unter anderem einen „besseren Blick für die verborgenen Ressourcen von Schüler*innen mit Migrationshintergrund“ (BAMF, 2010, S. 102) haben und eine Vorbildfunktion für diese innehaben (BAMF, 2010).
Eine Studie des Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation (DIPF) zeigt jedoch auf, dass migrationsbedingt mehrsprachige Lehramtsstudierende im Vergleich zu Mitstudierenden eher dazu neigen, das Lehramtsstudium abzubrechen (Wolf, Maurer & Kunter, 2021). Grund dafür sind sprachbezogene Normalitätsvorstellung, die in der Schule ihren Anfang nehmen und dazu führen, dass diese Schüler:innen im Schulalltag Diskriminierungserfahrungen machen, die für ein negatives Bild des Lehrer:innenberufs und der Institution Schule ausschlaggebend sind (Georgi et al., 2011, Karakas 2011, Naumann 2011, Kul 2013, Karakaşoğlu et al., 2013 , Wojciechowicz, 2013, Fabel-Lamla & Klomfaß, 2014, Fereidooni, 2016, Karakaşoğlu & Wojciechowicz, 2017) und zu einem geringeren Zugehörigkeitsgefühl zum Lehramtsstudium führen (Gülen, 2021). Hierbei spielt insbesondere die institutionelle Diskriminierung in Bezug auf Sprache eine große Rolle (Gülen, 2021). Weitere Studien zeigen auf, dass migrationsbedingt Mehrsprachige sprachliche Anforderungen als Grund für den Abbruch des Referendariats angeben (Basit et al., 2006) und auch Lehrkräfte vermehrt sprachliche Diskriminierungserfahrungen im Lehrer:innenzimmer machen (Fereidooni, 2016). Neben einem geringen Zugehörigkeitsgefühl scheint auch ein Mangel an sprachbezogener Unterstützung ein entscheidender Grund für den Studienabbruch zu sein (Wolf, Maurer und Kunter, 2021). Das geplante Projekt setzt hier an und hat zum Ziel:
Laufzeit: 01.01.2025 - 31.12.2026
Gefördert aus zentralen QSL-Projektmitteln.
Dr. Farina Böttjer
Stellvetretende Projektleitung
- Laura Pusch: Sprachbezogene Unterstützungsmaßnahmen an Hochschulen in Kanada
- Marwa Shaghely: Chancengleichheit durch sprachbezogene Unterstützungsangebote? Eine vergleichende Analyse universitärer Angebote für mehrsprachige Lehramtsstudierende mit Migrationshintergrund in Deutschland
- Beyzanur Bulur: Wie mehrsprachige Studierende ihre Bildungswege erzählen: Eine Analyse bildungsbiografischer Konstruktionen im universitären Kontext auf der Basis von Daten aus dem Projekt ,,MentiMehr"
- Tolga Cihan Cakal: Doing multilingualism oder Anpassung an den monolingualen Habitus? Eine qualitative Studie zum Studieren mit mehr als einer Sprache
Interviewanfrage - mehrsprachige Studienabbrecher*innen!
Mehrsprachige Studienabbrecher*innen für Interviews gesucht!
Du bist mehrsprachig und hast dein Studium abgebrochen? Oder kennst du jemanden, auf den das zutrifft?
Für meine Doktorarbeit suche ich ehemalige, mehrsprachige Studierende, die ihr Studium (an der Goethe-Universität Frankfurt) abgebrochen haben.
Im Rahmen eines biografischen Forschungsprojektes möchte ich mithilfe von Interviews die individuellen Gründe für den Abbruch des Studiums beleuchten. Das Dissertationsvorhaben ist angedockt an das Projekt MentiMehr (Goethe-Universität — Informationen zum Projekt).
Als Gesprächspartner*in kommt infrage, wer sich selbst als mehrsprachig bezeichnet und ein Studium (an der Goethe-Universität Frankfurt) abgebrochen hat.
Die Interviews werden selbstverständlich vertraulich behandelt und anonymisiert.
Wenn du selbst oder eine Person, die du kennst, auf das Profil passt, freue ich mich über eine Kontaktaufnahme. Bei Fragen oder einer möglichen Teilnahme schreibe mir gerne unter: j.brueggemann@em.uni-frankfurt.de
Vielen Dank für deine Hilfe 🙂
Julia Brüggemann
Olat: https://olat-ce.server.uni-frankfurt.de/olat/auth/RepositoryEntry/270433648?1
Du hast noch Fragen dazu? Dann melde dich gern bei Farina Böttjer unter boettjer@em.uni-frankfurt.deMehrsprachigkeit gehört für viele Kinder und Jugendliche mit Migrationsgeschichte zum Alltag – auch in der Schule. Oft wird sie jedoch nicht als Ressource, sondern als Herausforderung wahrgenommen. Dabei zeigen sich im Schulalltag vielfältige informelle Strategien, wie Kinder mit unterschiedlichen Sprachkenntnissen einander unterstützen. Eine dieser Strategien ist das sogenannte Child Language Brokering (CLaB): Mehrsprachige Schüler:innen übersetzen dabei spontan und informell für Mitschüler:innen mit geringeren Deutschkenntnissen – zum Beispiel bei Arbeitsaufträgen, im Austausch mit Lehrkräften oder in alltäglichen Gesprächen. Diese Vermittlungsprozesse werden bislang im deutschsprachigen Raum kaum erforscht, obwohl sie eine wichtige Rolle im Schulalltag spielen.
Hier setzt unser Projekt an: In enger Zusammenarbeit mit Kindern und Lehrkräften erfassen wir, wann und wie CLaB stattfindet, wie es von den Beteiligten wahrgenommen wird und welches Potenzial darin für das gemeinsame Lernen liegt. In drei Teilstudien beleuchten wir CLaB aus erziehungswissenschaftlicher, sprachwissenschaftlicher bzw. -didaktischer und professionsbezogener Perspektive. Ziel ist es, ein besseres Verständnis für diese Praxis zu entwickeln und daraus Anregungen für eine translinguale Didaktik abzuleiten, die Mehrsprachigkeit als Ressource nutzt. Langfristig sollen daraus praxisnahe Fortbildungskonzepte entstehen, die Schulen im Umgang mit sprachlicher Vielfalt unterstützen.
Gefördert im Rahmen der IDeA Anschubfinanzierung
Mehrsprachigkeit in verschiedenen Bildungssettings: Bedingungen, Praktiken und Einstellungen im Rahmen eines mehrsprachigkeitssensiblen Angebots für Grundschulkinder (MeBis)
Das Projekt MeBis untersucht den Umgang mit und Einstellungen zu Mehrsprachigkeit bei Kindern, Eltern und Lehrkräften in der Grundschule, insbesondere hinsichtlich der Nutzung mehrerer Sprachen – einerseits zum Lernen im häuslichen Umfeld sowie beim Vorlesen und andererseits im Unterricht mit einem spezifischen Fokus auf Grammatik und Sprachvergleiche.
Viele Kinder wachsen mehrsprachig auf, die Beschulung findet meistens einsprachig auf Deutsch statt. Die Anerkennung von Mehrsprachigkeit in Bildungsprozessen kann jedoch Vorteile für das Lernen aller Kinder haben und den Einbezug von mehrsprachigen Eltern fördern. Hierfür benötigt es positive Einstellungen zu Mehrsprachigkeit sowie effektive Praktiken mehrsprachigen Handelns. Bislang fehlt es jedoch noch an Einsichten zu den Einstellungen und Praktiken von Lehrkräften, Eltern und Grundschulkindern, also genau jener Akteur:innen, die für wirksame Bildungsprozesse besonders bedeutend sind.
Um dies zu erheben, wurde im Projekt MeBis von Eltern und Lehrkräften ein Online-Fragebogen mit Fragen und Einschätzungen zu Praktiken und Einstellungen zu Mehrsprachigkeit bearbeitet. Interessierte Eltern und Lehrkräfte konnten außerdem an einem vertiefenden Interview teilnehmen. Darüber hinaus wurden Beobachtungen des Vorlesens mehrsprachiger Bücher bei mehrsprachigen Eltern und ihren Kindern durchgeführt. Mit den Interviews und Beobachtungen werden vertiefende Einblicke zu den Praktiken und Perspektiven der Akteure gewonnen, die die quantitativen Daten der Fragebogenstudie ergänzen.
Link: MeBis - IDeA-Zentrum
Eigenmittel

Das Projekt Start ins Deutsche der Goethe-Universität Frankfurt
Das Projekt „Start ins Deutsche“ war ein Lehr- und Lernprojekt der
Goethe-Universität, das 2015 im Zuge der hohen Migrationszahlen als
akute Nothilfe entstanden ist. Mit dem Projekt wurde ehrenamtliche
Sprachförderung durch Studierende für geflüchtete Personen aus der
Frankfurter Region ermöglicht. Während der Projektdauer von 2015 bis
2025 konnten über 3500 Migrant*innen erreicht werden. Gleichzeitig
profitierten auch die über 1500 Studierenden, die sich seit 2015 im
Projekt engagiert haben, vom Service Learning-Aspekt und dem Austausch
im Projekt.
Prof. Dr. Viera Pirker,
Vizepräsidentin der Goethe Universität, Schirmherrin des Projekts
Hannah Fuchs,
Projektkoordination
Goethe-Universität Frankfurt am Main
Telefon: +49 (0)69 798 12485
Am besten erreichen Sie uns per E-Mail:
start-ins-deutsche@uni-frankfurt.de
Das Projekt Start ins Deutsche der Goethe-Universität Frankfurt
Das Projekt „Start ins Deutsche“ richtete sich von 2015 bis 2025 an Personen mit Fluchterfahrung sowie Studierende in Frankfurt. Das Ziel war es einerseits, Geflüchtete bei der sprachlichen Integration zu unterstützen und andererseits, Studierenden im Rahmen von Service Learning den Erwerb von Schlüsselkompetenzen und internationale Erfahrungen zu ermöglichen.
Anknüpfend hieran kooperieren wir weiterhin mit verschiedenen Unterkünften für geflüchtete Personen in ganz Frankfurt, an denen sich Studierende in verschiedensten Formaten von Unterstützung beim Spracherwerb unterstützen können.
Bist du Student*in und hast Interesse hieran? Schau im OLAT-Kurs vorbei
Videovorstellung: Start ins Deutsche
Leider ist das Projekt im September 2025 ausgelaufen, sodass keine weiteren Kurse am Campus Westend angeboten werden können.
Wir verweisen Sie gern an folgende Stellen weiter:
Goethe-Universität — Academic Bridge Program (ABP)
Für Geflüchtete - Frankfurt-hilft|
Aventis Foundation
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Dr. Marschner Stiftung
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Deutscher Akademischer Austauschdienst |
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Unternehmensberatung cramer müller & partner |
Start-StiftungGroßzügige Buch- und Puzzlespende |
MainFirst |
Collegium Musicum |
Stiftung Junge WeltbürgerVertreten durch: Frau von Tresckow-Bronke |
Hypo Vereinsbank |
| Herr Steubing private Förderung |
| aventis foundation, Juni 2022 Sprachförderung und kulturelle Verständigung |
| aventis foundation, November 2021 aventis foundation: 25 Jahre - 25 Projekte (Seite 17) |
| Goethe-Universität Frankfurt am Main, Oktober 2021 Vorstellungsvideo Das Projekt Start ins Deutsche der Goethe-Universität Frankfurt |
| Frankfurter Rundschau, Juni 2019 Einfach engagieren - Im Uniprojekt "Start ins Deutsche" |
| UniReport, Mai 2019 UniReport 05-19 Goethe-Universität Frankfurt |
| Goethe-Universität, April 2019 Start ins Deutsche „Neue Perspektiven auf die künftige Tätigkeit“ |
| Frankfurter Neue Presse, November 2018 Studenten lehren Flüchtlinge Deutsch |
| Frankfurt hilft Steckbrief "Start-ins-Deutsche" |
| 2022 - 2024 | Pädagogische Praxisprojekte – AlphAlif, Lesetaskforce |
| 2018 - 2024 | ABK – Multilingualism and Inclusive Education. Teachers' Attitudes, Beliefs and Knowledge |
| 2015 - 2018: | Sprachliche Vielfalt als Chance – Modellprojekt zur Förderung der pädagogischen Professionalität im Kontext sprachlicher und kultureller Diversität, mit Kolibri e.V. |
| 2015 - 2016: | We need you! – Immigrant teachers in German education system, Studienangebot für (neu-) eingewanderte Lehrkräfte (Mittel für Gleichstellung und Diversity NRW) |
| 2014 -2018: | Biographien migrationsbedingt mehrsprachiger Lehrkräfte in Deutschland und Israel (Ernst Ludwig Ehrlich Stiftung) |
| 2013 - 2014: | Mit Legosteinen zum Babelturm – Multiplikator*innenschulung für Fachkräfte zur Förderung von Kindern mit Deutsch als Zweitsprache (Landesjugendamt Sachsen) |
| 2010 - 2013: | Gestik und Alterseffekte im Spracherwerb von Russisch-, Spanisch- und Französisch-deutschsprachigen (Ernst-Ludwig-Ehrlich Studienwerk) |