MentiMehr – Mentoringprogramm im Kontext von Mehrsprachigkeit und Internalisierung zur Erhöhung des Studienerfolgs
In Hinblick auf den Bereich Grundschule wissen wir, dass Literacy-Kompetenzen der Schüler:innen maßgeblich für den Schulerfolg sind. Für den Hochschulbereich deuten erste Untersuchungen darauf hin, dass auch der Studienerfolg von Sprachkompetenzen der Studierenden abhängt. Es liegen jedoch deutschlandweit kaum Ansätze für eine sprachsensible Hochschullehre vor. Das vorliegende Projekt setzt dort an und entwickelt ein Konzept, das die Studienbedingungen und langfristig den Studienerfolg insbesondere von migrationsbedingt mehrsprachigen Lehramtsstudierenden steigern wird.
Mit dem Ziel, den Anteil von migrationsbedingt mehrsprachigen Lehrkräften an deutschen Schulen zu erhöhen, wurden in den letzten Jahren vermehrt politische Maßnahmen ergriffen (Gülen, 2021). Denn Lehrkräfte mit Migrationshintergrund sollen unter anderem einen „besseren Blick für die verborgenen Ressourcen von Schüler*innen mit Migrationshintergrund“ (BAMF, 2010, S. 102) haben und eine Vorbildfunktion für diese innehaben (BAMF, 2010).
Eine Studie des Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation (DIPF) zeigt jedoch auf, dass migrationsbedingt mehrsprachige Lehramtsstudierende im Vergleich zu Mitstudierenden eher dazu neigen, das Lehramtsstudium abzubrechen (Wolf, Maurer & Kunter, 2021). Grund dafür sind sprachbezogene Normalitätsvorstellung, die in der Schule ihren Anfang nehmen und dazu führen, dass diese Schüler:innen im Schulalltag Diskriminierungserfahrungen machen, die für ein negatives Bild des Lehrer:innenberufs und der Institution Schule ausschlaggebend sind (Georgi et al., 2011, Karakas 2011, Naumann 2011, Kul 2013, Karakaşoğlu et al., 2013 , Wojciechowicz, 2013, Fabel-Lamla & Klomfaß, 2014, Fereidooni, 2016, Karakaşoğlu & Wojciechowicz, 2017) und zu einem geringeren Zugehörigkeitsgefühl zum Lehramtsstudium führen (Gülen, 2021). Hierbei spielt insbesondere die institutionelle Diskriminierung in Bezug auf Sprache eine große Rolle (Gülen, 2021). Weitere Studien zeigen auf, dass migrationsbedingt Mehrsprachige sprachliche Anforderungen als Grund für den Abbruch des Referendariats angeben (Basit et al., 2006) und auch Lehrkräfte vermehrt sprachliche Diskriminierungserfahrungen im Lehrer:innenzimmer machen (Fereidooni, 2016). Neben einem geringen Zugehörigkeitsgefühl scheint auch ein Mangel an sprachbezogener Unterstützung ein entscheidender Grund für den Studienabbruch zu sein (Wolf, Maurer und Kunter, 2021). Das geplante Projekt setzt hier an und hat zum Ziel:
Laufzeit: 01.01.2025 - 31.12.2026
Gefördert aus zentralen QSL-Projektmitteln.
Dr. Farina Böttjer
Projektmitarbeiterin