Arbeitsbereich Schule und Jugend

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Im Zentrum des Arbeitsbereichs stehen

  • Fragen der Teilnahme und Teilhabe Jugendlicher unter Bedingungen von Krisenkonstellationen der Gegenwart im Spannungsfeld von Inklusion, Anerkennung und Gerechtigkeit
  • Jugend und Schule unter Bedingungen der räumlichen Marginalisierung und im Kontext regressiver Demokratien
  • Vergleichende Analysen von Schul-Organisationskulturen in Migrationsgesellschaften, deren Gerechtigkeitskonzeptionen
  • Forschung zu Methoden und Methodologien der Erziehungswissenschaft und zum Kulturvergleich

Im Arbeitsbereich werden Themen aus der Breite der Disziplin Erziehungswissenschaft geprüft, der Schwerpunkt Schule und Jugend ist dabei eine Option, aber kein Muss.

Prüfungsanmeldungen zum schriftlichen und mündlichen Staatsexamen laufen im Institut für Pädagogik der Sekundarstufe künftig nur noch über OLAT: https://olat-ce.server.uni-frankfurt.de/olat/auth/RepositoryEntry/25109037056/CourseNode/1752720903486547006?1

Wenn Sie eine Abschlussarbeit (BA, MA, WHA) schreiben wollen, adressieren Sie die Lehrperson zunächst per Email. Hier erhalten Sie Hinweise zum weiteren Vorgehen und zum Anfertigen eines Kurzexposées oder einer Literatursammlung im Fall von mündlichen Prüfungen. 

Für das Lehramt sind im Arbeitsbereich prüfungsberechtigt:

  • Prof.'in Dr. Merle Hummrich
  • Dr.'in Iva Hradska
  • Dr.'in Lena Merkle

Im BA- und MA-Studiengang Erziehungswissenschaft können Abschlussarbeiten geschrieben werden bei:

  • Prof.'in Dr. Merle Hummrich
  • Dr.'in Iva Hradská

Wenn Sie eine Zusage bekommen haben, folgen Sie den Hinweisen aus der Email, z.B. melden sich in einem OLAT-Kurs (z.B. Sprechstunden Hummrich) zur Sprechzeit an und nehmen eine Beratung in Anspruch. Beachten Sie die folgenden Fragen, die Sie sich vor dem Besuch der Sprechzeit stellen und vor deren Hintergrund wir dann über Ihre Prüfung/Abschlussarbeit sprechen:

  • Welche Fragen interessieren mich in der Erziehungswissenschaft? Habe ich Seminare besucht, die ich besonders interessant fand und aus denen sich Themen ergeben haben? Habe ich Praxis beobachtet und würde mich gerne mit einem Phänomen aus der Praxis befassen (Familie, Schule, Jugendzentrum, Peerbezüge, Jugendkulturen usw.)?
  • Wie lassen sich aus den Themen wissenschaftlich interessante Fragestellungen generieren und welche Literaturbasis lässt sich finden?

Speziell für Abschlussarbeiten sollten Sie weiter fragen:

  • Welche Methoden sind mir bekannt und welche möchte ich vertiefend anwenden?
  • Inwiefern bieten  sich die Methoden, die ich kenne, zur Bearbeitung der Fragestellung an?
  • Was ist das Erkenntnisinteresse, das ich mit meiner wissenschaftlichen Arbeit (Bachelor/Master/WHA) verbinde?

Selbstverständlich stehen bei den Prüfungsthemen zunächst Ihre Interessen und Ideen im Vordergrund. Mit Blick auf die Themen des Arbeitsbereiches Jugend und Schule können folgende thematische Schwerpunkte als Inspiration dienen:

Jugend unter Bedingungungen regressiver Demokratien

Angesichts der Regression von Demokratien verändern sich Teilhabebedingungen in der Gesellschaft. Wie setzen sich Jugendliche in heterogenen Lebenslagen damit auseinander? Welche Spielräume eröffnen sich ihnen und wie erschließen sie sich Handlungsmöglichkeiten? Wodurch werden ihre Partizipationsmöglichkeiten begrenzt? Untersucht werden können hier politische Orientierungen, Engagement in Jugendprotestbewegungen, postkoloniale Bedingungen des Aufwachsens, Erfahrungen von sozialer Ungleichheit. Datengrundlagen können sein: interviews oder Gruppendiskussionen mit Jugendlichen, teilnehmende Beobachtungen, Social Media Post-Analyse.

Bedingungen von Teilhabe in Prozessen und Institutionen des Aufwachsens

In diesem Themenbereich geht es darum, welche Erwartungen an Jugendliche mit Blick auf ihren Lebenslauf gestellt werden und welche Möglichkeiten und Grenzen sie in Prozessen und Institutionen des Aufwachsens erfahren. Hierbei können Themen sozialer Ungleichheit und Platzierung aufgrund von gesellschaftlicher Differenzierung (migrationsbezogen, geschlechtsbezogen, milieubezogen) untersucht werden, in denen sich Teilhabemöglichkeiten und -restriktionen artikulieren. Hier können z.B. institutionelle Ordnungen und Erfahrungen in diesen thematisch werden. Es bieten sich Methoden wie Homepageanalysen, Architekturen, gesetzliche Bestimmungen oder z.B. Gruppendiskussionen an.

Aufwachsen im Sozialraum

Der thematische Fokus liegt hier auf Jugendlichen und ihren Positionierungen zwischen Schule und Lebenswelt. Vor dem Hintergrund sozialraumtheoretischer Konzepte kann dabei etwa nach Positionierungen in Bildungsinstitutionen und Erziehungssettings, aber auch nach jugendkulturellen Alltagspraktiken im Spannungsfeld von Schule, Jugendkultur, Familie (und/oder sozialer Arbeit) gefragt werden. Die Arbeiten können einen oder zwei Aspekte beleuchten und z.B. ehtnographisch, interaktionsanalytisch oder auch mit Interviews arbeiten. Sie können auch Bilddokumentationen oder digitale Räume in den Blick nehmen.

Internationale Perspektiven auf Schule und Jugend

In diesem Themenbereich geht es um vergleichende Perspektiven. Dabei können zum Beispiel in zwei oder mehr Ländern unterschiedliche migrationsgesellschaftliche Grundlagen des schulischen Handelns und jugendlichen Aufwachsens thematisiert werden, die Bedeutung von Geschlechterkonstruktionen oder die Bedeutung von Milieu/Klasse untersucht werden. Auch intersektionale Perspektiven auf Ungleichheit(en) und die Bedeutung Transnationalisierung für Schule können eingenommen werden. Möglich sind ebenfalls vergleichende Untersuchungen zu Konzepten von Jugend in unterschiedlichen Kulturen/Gesellschaften.

Zu den beispielhaft genannten Themengebiete können folgende Fokussierungen hilfreich sein.

a) Sozialräumliche Bedingungen und Jugendliches Engagement (anhand von Social Media Posts, Interviews und Gruppendiskussionen, sowie teilnehmenden Beobachtungen)

b) Schulkulturelle Möglichkeiten und Grenzen (anhand von Homepages, Schulleiter*innen-Interviews, Gruppendiskussionen mit Lehrkräften) untersucht werden;

c) Jugendkulturen als relevante gesellschaftliche Erfahrungsräume jenseits von Familie und Schule in den Blick genommen werden (Zugangsweisen sind z.B. ethnographische Protokolle teilnehmender Beobachtung, Gruppendiskussionen, Selbstdarstellungen in Sozialen Medien, (historische) Tagebücher, Interviews);

d) Generationsbeziehungen und die Bedeutung von Übergängen in den Blick genommen wird (Elternbriefe, Zeugnisse, Aufnahmen und Protokolle von Gesprächen, Unterricht);e) Jugendliches Selbsterleben in den Blick genommen wird (Interviews, Selbstdarstellungen in Sozialen Medien, (historische) Tagebücher).

Methodologische Entwicklungen

Der Themenbereich der Methodologie(n) stellt die wissenschaftkritische Auseinandersetzung mit Erkenntnismethoden in der Erziehungswissenschaft in den Mittelpunkt. Dabei kann zum Beispiel die erziehungswissenschaftliche Bedeutung postkolonialer Ordnung, die kritisch theoretische Analyse von Methoden oder Entsprechend der thematischen Ausrichtung des Arbeitsbereichs sind exemplarische Bezüge zu Schule und Jugend möglich, aber nicht zwingend.

Aktuelle Informationen

SFB 1750 [in:just]

Inklusion - Recoginition - Justice.Participation and Belonging in Processes of Growing Up

Projekt im LOEWE-Center ,,Dynamiken des Religiösen'':
SKUDO: Schulkulturen und die Hervorbringung differenzierender Ordnungen

HMWK-Projekt im Rahmen des Verbunds ,,Demokratien DemoReg - Herausforderungen der Demokratie in Zeiten ihrer Regression: Zeiten, Räume und Diskurse

DFG-Projekt BIMAQ: Möglichkeitsräume der Bildung in marginalisierten Quartieren

BMBF Verbund MIRASTO: Migrantenselbstorganisation und Weiterbildung für (sozial)pädagogische Handlungsfelder

Kontaktstudium ,,Anerkennung und pädagogische Kompetenzen in der Migrationsgesellschaft'' (BAMF)