Förderung: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG); Teilprojekt des Sonderforschungsbereich 1750 [in:just] an der Goethe Universität Frankfurt
Summary: Since the 2000s, all children in Germany have been more or less guaranteed fully-inclusive access to and participation in the country's educational institutions of childhood. At the same time,research shows that this participation has led to hardly any noticeable reduction of educational inequality. In this context, research grounded in cultural theory and system theory draws attention to the fact that school culture leads to the 'non-fitting' of certain groups, that orders of difference resultin disadvantages and that organizational logic produces exclusion. The sources of inequality and injustice must therefore be located in barriers to belonging in educational institutions themselves. Traditionally, it is education-related parent organizations (POs) who most frequently deal with thecrisis of integration and legitimacy in the education system. They were founded—for example—by migrantized parents and parents of children with disabilities with the aim of enabling their children'sparticipation and belonging in education. Although POs have different goals and forms of action, they usually respond to challenges that they or their children face in the education system. Therefore, the practices of POs point to barriers of belonging which can't be captured by the mainstream of educational research taking place in the educational institutions themselves. By reconstructing practices of positioning in POs, the project aims to analyze how organized parents deal with the crisis of integration along various orders of difference (e.g., ethnicity/race, disability, gender, class). The subproject reconstructs the norms of recognizability in educational institutions and dispositifby analyzing the practices of positioning within the POs. At the same time, it analyzes the political belonging (Teilhabe) of organized parents as citizens. Against this background, it then elaborates barriers to belonging in education.
Das Forschungsprojekt sucht zum 01.04.2026 eine studentische Hilfskraft (SHK). Bewerbungsfrist ist der 09.02.2026. Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung! Mehr Informationen finden Sie in der Stellenausschreibung.
Titel: Pilotprojekt International Track im Master Erziehungswissenschaft (InTrack*EW)
Förderung: zentrale QSL-Projektmittel Lehre der Goethe Universität Frankfurt am Main
Projektlaufzeit: 2024-2026
Projektleitung: Prof. Dr. Claudia Machold
Titel: Pilotstudie zum Forschungsprojekt „Children's Belongings and Citizenship (belong*child). Eine qualitativ-empirische Studie zu Differenz- und Zugehörigkeitsordnungen in der mittleren und späten Kindheit“
Projektvorhaben: Vor dem Hintergrund globaler Krisen und dem Erstarken antidemokratischer Positionen erkundet die Pilotstudie zum zugehörigen Forschungsprojekt „belong*child“ Zugehörigkeitserfahrungen von Kindern und Jugendlichen. Leitende Fragen der Studie sind: Mit und zu was fühlen sich Kinder und Jugendliche zugehörig? Welche emotionalen und personalen Verbundenheiten und Ausschlüsse artikulieren sie? Wo und wie erleben sie sich als (un)zugehörige Mitglieder der Gesellschaft? Anhand von Gruppengesprächen möchte die Studie analysieren, welche Zugehörigkeit(sordnungen) Kinder und Jugendlichen im Sprechen über ihre personalen, situativen, lokalen und materiellen Einbindungen aufrufen und artikulieren. Die Äußerungen und Perspektiven der Kinder und Jugendlichen, die im Zentrum der Studie stehen, werden als Vollzüge situierter diskursiver Praktiken und Ort von Subjektivierungsprozessen verstanden. Dabei liegt der analytische Fokus der Studie darauf, wie in einzelnen Sprechakten Bedeutungen des Subjektseins und -werdens im Hinblick auf gesellschaftliche Zugehörigkeits- und Differenzordnungen (wie z.B. gender, race, class, dis*ability etc.) hervorgebracht werden.
Beteiligte: Prof.in Dr. Claudia Machold (Goethe-Universität Frankfurt) | Prof.in Dr. Nadine Rose (Universität Bremen)Titel: "Ethnische Heterogenität und die Genese von Ungleichheit in Bildungseinrichtungen der (frühen) Kindheit"
- "Ethnic Heterogeneity and the Production of Inequality in Educational Organizations from Early Childhood onward"
Drittmittelgeber: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)/German Research Foundation
Projektlaufzeit: 2016-2019
Projektleitung: Prof. Dr. Claudia Machold
DFG - 314127891
Zusammenfassung
Die (Re-)Produktion ethnisch codierter Ungleichheit in Bildungsorganisationen wird mittels einer praxistheoretischen, methodenpluralen, längsschnittlichen Ethnografie untersucht. Mechanismen der (Re-)Produktion werden in organisationsspezifischen, pädagogischen Unterscheidungspraktiken in Bildungseinrichtungen vermutet. Vor diesem Hintergrund lauten die zentralen Forschungsfragen: Wie werden organisationsspezifische, (ethnizitätsrelevante) pädagogische Unterscheidungspraktiken von Professionellen vollzogen? Wie manifestieren sich diese in individuellen Bildungsverläufen von Kindern? Wie erfahren die partizipierenden Kinder dieses Geschehen subjektiv? Systematisch werden 28 Kinder mit und ohne sogenanntem Migrationshintergrund auf ihrem Weg vom Primar- in den Sekundarbereich begleitet. Die Bildungsorganisation Grundschule und der bildungsbiografisch entscheidende Übergang der Kinder in die mehrgliedrige Sekundarstufe I (Haupt-, Real-, Gesamt- und Förderschule, Gymnasium) liegen im Fokus der Untersuchung. Generiert werden ethnografische Längsschnittdaten. In der deutschsprachigen Bildungs- und Ungleichheitsforschung liegen sie bislang insofern nicht vor, als sie die Bildungsbiografien und -karrieren der begleiteten Kinder über acht Jahre hinweg abbilden können, da das Projekt an das gleichnamige Teilprojekt B1 des Sonderforschungsbereichs 882 „Von Heterogenitäten zu Ungleichheiten (Universität Bielefeld, Laufzeit 2011-2016) (https://sfb882.uni-bielefeld.de/de/projects/b1.html) anschließt.
Projektergebnisse
Das Forschungsprojekt konnte im Anschluss an das Teilprojekt im Sonderforschungsbereich 882 („Von Heterogenitäten zu Ungleichheiten“) über einen praxistheoretischen langzeitethnografischen Zugang einen Einblick in Prozesse der Herstellung von Differenz im Alltag der Grundschule geben. Die noch im Anschluss an das Teilprojekt im SFB882 generierten frühen Ergebnisse verweisen auf die ethnisch codierte Entwicklungsordnung der Kindertagesstätte, ihre Herstellung in Praktiken des Positionierens und die Pädagogisierung als ihre zentrale Funktion. An diese Ergebnisse anschließend wurde im Hinblick auf die Differenzierung von Praktiken des Unterscheidens in Kindertagesstätte und Grundschule dargelegt, inwiefern in diesen Praktiken die Leistungsordnung als herkunfts(un)abhängige in der Grundschule reproduziert wird. Mit dem Fokus auf die Schulformempfehlung und Schulformwahl konnte weiter die Individualisierung von Leistung beschrieben, die damit einhergehende individualisierte Verantwortlichkeit für den weiteren Bildungsweg thematisiert und die Frage bearbeitet werden, inwiefern dies Teil eines gegenwärtigen Verständnisses von Bildungskindheit ist. Anhand der umfassenden Ethnografie wurde vor diesem Hintergrund sowohl die Beschaffenheit der Differenzordnung der Grundschule als ethnisch codiert, leistungs- und herkunftsbezogen (in den synchronen Praktiken), als auch ihre Bedeutung für Bildungswege bzw. die Praxis der Bildungsbiografisierung (in diachroner Perspektive) ausdifferenziert. Für die Grundschule wurde damit eine Differenzordnung re-konstruiert, die in der Praxis des pädagogischen Alltags (insb. des Unterrichts), des Bewertens- und Dokumentierens, der Elternsprechtagsgespräche, Interviews mit Lehrkräften, Kindern und Eltern in Praktiken erzeugt wird, an denen alle Akteur*innen partizipieren. Die Analyse der Praktiken des Unterscheidens in synchroner Perspektive haben dabei sowohl die ethnisch codierte und herkunftsbezogene Normalerwartung der Grundschule und die Prozessierung eines meritokratischen Leistungsverständnisse, als auch ihre Plausibilisierung in Praktiken der Individualisierung von Leistung herausgearbeitet. In diachroner Perspektivierung wurde anhand von ausgewählten Datenbasierten Porträts ausgeführt, wie im Verlauf der Grundschulzeit spezifische Schulkindkonstruktionen erzeugt werden, wie sich ihnen die Differenzordnung einschreibt und vor diesem Hintergrund die ‚Eignung' für eine weiterführende Schule plausibilisiert wird. Die Schulformempfehlung und Schulformwahl wurde als Praxis expliziert, die von allen Akteur*innen als Handlungsanforderung so bearbeitet wird, dass plausible und weitgehend konsistente Konstruktionen von individualisierten ‚Bildungsbiografien' entstehen. Bildungsbiografie wurde als Praxis der Bildungsbiografisierung, insofern als kulturelles Phänomen und als Teil der gegenwärtigen Vorstellung von Bildungskindheit beschrieben. Der zentrale Befund des Forschungsprojekt besteht darin, über dichte Beschreibungen einen Einblick in die black box Grundschule gegeben zu haben und dabei den Alltag der Grundschule im Hinblick auf die Herstellung von Differenz expliziert zu haben. Die Genese von Ungleichheit kam dabei letztlich nicht als Nachweis von privilegierenden oder benachteiligenden Effekten in den Blick, sondern zum einen über die Re-Konstruktion der Normalerwartungen der Grundschule und ihrer Bearbeitung von den Akteur*inne und zum anderen über die Explikation von Praktiken, anhand derer alle Akteur*innen die meritokratische Illusion der Chancengleichheit aufrechterhalten und dabei das Spannungsverhältnis der Herkunfts(un)abhängigkeit von Bildung praktisch bearbeiten. (https://gepris.dfg.de/gepris/projekt/314127891/ergebnisse).
-"Ethnic Heterogeneity and the Production of Inequality in Educational Organizations from Early Childhood onward"; project in the SFB 882 – "From Heterogeneities to Inequalities"
Drittmittelgeber: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)/ German Research Foundation
Projektlaufzeit: 2011-2016
Projektleitung: Prof. Dr. Isabell Diehm (2011-2015); Dr. Claudia Machold (2015-2016)