Spätestens seit der Phase der Bildungsreform stellt die Erwachsenenbildung/Weiterbildung den quartären Bildungsbereich dar, der im Gefüge mit den übrigen Erziehungs- und Bildungssegmenten in einem gleichberechtigten Verhältnis steht. Im Zuge gesellschaftlicher Veränderungsprozesse ist das Feld der Erwachsenenbildung/Weiterbildung kontinuierlich expandiert. Heute sind darin über 700.000 Personen in circa 20.000 Institutionen tätig.
Das Handlungs- und Forschungsfeld der Erwachsenenbildung/Weiterbildung fokussiert Formen der Ermöglichung und Unterstützung des institutionalisierten Lernens sowie der Bildung im Erwachsenenalter – insbesondere durch die Handlungsformen Lehren, Beraten, Begleiten und Organisieren von Lern- und Bildungskontexten. Im Zuge der Hinwendung zum Lebenslangen Lernen kommen auch solche Lernorte in den Blick, die zwar keine expliziten Institutionen der Erwachsenenbildung/Weiterbildung sind, an denen Erwachsene dennoch in ihren Lern- und Bildungsprozessen unterstützt bzw. zu dieser aufgrund der Rahmenbedingungen angeregt werden (Arbeitsplatz, Vereine, kulturelle Einrichtungen, kommunale Netzwerke, soziale Kommunikationsmedien, etc.).
Um eine möglichst enge Verbindung von Forschung und Lehre zu ermöglichen, werden anhand konkreter empirischer Forschungsprojekte Formen, Bedingungen und Folgen der Bildung Erwachsener untersucht, so dass auf diese Weise ein Beitrag zur Entwicklung einer reflexiven Professionalität im Forschungs- und Handlungsfeld der Erwachsenenbildung/ Weiterbildung geleistet werden kann.
Dabei kommen sowohl qualitative wie auch quantitative Verfahren zum Einsatz. Forschungsprojekte können sich auf verschiedene Bereiche der Erwachsenen-/Weiterbildung beziehen, so auf
Aktuelle Forschungsprojekte werden immer wieder auch in Lehrveranstaltungen eingebaut.
Das von Erwachsenenpädagog*innen beanspruchte und heute schon besetzte Feld umfasst die allgemeine, politische, religiöse und kulturelle Erwachsenenbildung. Im Zuge eines stetigen Ausdifferenzierungsprozesses haben sich daneben die berufliche- und die betriebliche sowie die universitäre Weiterbildung, aber auch die Gesundheits- und Frauenbildung etabliert. Ergänzend ist festzuhalten, dass sich seit Ende der 1980er Jahre eine rasante Zunahme und eine wachsende Differenzierung von Weiterbildungsanbietern feststellen lässt.
Nicht nur öffentliche Einrichtungen wie Volkshochschulen oder berufliche Bildungsträger bieten Weiterbildungsangebote an, sondern auch etliche andere Institutionen – seien dies Reiseveranstalter, Kultureinrichtungen oder Sportvereine. Diese Veränderung wird im erziehungswissenschaftlichen Diskurs auch als „Entgrenzung des Pädagogischen“ beschrieben. Damit ist darauf hingewiesen, dass Lernen und Bildung nicht mehr allein in expliziten Bildungseinrichtungen stattfinden, sondern auch an Lernorten, die neben der pädagogischen Absicht auch primär kulturelle, ökonomische, soziale oder unterhaltende Ziele verfolgen. Entsprechend sind auch Museen, Gedenkstätten oder auch mediale Bildungsangebote und Vereine als Handlungsfelder für Erwachsenenpädagog*innen anzusehen.
Ausgehend von bereits vorliegenden Erfahrungen von Frankfurter Absolvent*innen bereitet das Studium der Erwachsenenbildung/ Weiterbildung unter anderem auf folgende Aufgaben und Berufsrollen vor: