Armut im Wohlstand?

Eine Studie zu städtischen Armutsvorstellungen und Armutserfahrungen von Kindern und Jugendlichen

„Wer kommt, findet mehr als Romantik“ – der Slogan der Stadt Heidelberg lädt geradezu ein, genauer hinzuschauen.

Die Stadt weist eine der größten Ungleichheitsverhältnisse im Land auf. Im letzten „Bericht zur sozialen Lage“ finden sich erkenntnisreiche Hinweise auf Faktoren, die ausschlaggebend für die soziale Ungleichheit der Stadt sind. Auch in den „Heidelberg-Studien“ werden die Themen „Wohnungsmarkt und steigende Mieten“ sowie „die Armut in einer eigentlich reichen Stadt“ als drängendste Probleme genannt (FGW 2023: 3).

Die Armutsforschung zeigt durch die Perspektive betroffener Personen bereits eindrücklich auf, welche Auswirkungen Armut auf das Aufwachsen und Familienleben hat.

Mit unserem Forschungsansatz untersuchen wir folgende Forschungsfragen:

  1. Wie armutssensibel sind Angebote für junge Menschen und Familien in Heidelberg gestaltet?
  2. Wie thematisieren Jugendliche in Heidelberg ökonomisch schwierig Lebensverhältnisse und soziale Teilhabe?
  3. Welches Bild und welche Vorstellungen haben Schlüsselfiguren und Fachkräfte der Stadt über Menschen, die von Armut betroffen sind

Vorgehen

  • Hinsichtlich der Ungleichheitsverhältnisse untersuchen wir Heidelberg aus der Perspektive von jungen Menschen in unterschiedlichen Lebenslagen. Dazu werden Gruppendiskussionen in unterschiedlichen Stadtteilen geführt. Wie nehmen die Jugendlichen ihre Stadt wahr? Welche Angebote werden wie und von wem wahrgenommen? Wo halten sie sich aus welchen Gründen auf? Wie nehmen sie soziale Ungleichheit in der Stadt wahr?
  • Im gesellschaftlichen und medialen Diskurs herrschen unterschiedliche Bilder über Armut. Wir führen Interviews mit Akteuren der Stadt und betrachten dabei, welche Bilder und Zuschreibungen über Armutsbetroffenheit städtische Akteure haben, woher sie das Wissen über soziale Ungleichheit nehmen und für wen Armut wie und wo sichtbar ist.

Ein Projektbeirat dient der Einordnung von Zwischenergebnissen sowie ggf. der Aussprechung sozialpolitischer Empfehlungen. Der Beirat besteht optimal aus Personen des Jugendamts, des Amts für Stadtentwicklung und Statistik sowie der Dezernentin für Soziales, Bildung, Familie und Chancengleichheit.

Laufzeit: 09/2023 - 03/2025

Förderung: Manfred Lautenschläger-Stiftung Heidelberg

Projektmitarbeiterinnen: Dr. Johanna Wilmes, Yasmina Sariano (M.A.)